Ratgeber Käufer

Haus kaufen in Lohne: was der Kauf 2026 wirklich kostet

Semho Kahraman·7 Min. Lesezeit

Ich heiße Semho Kahraman, vermittle Immobilien im Landkreis Vechta und habe mein Büro am Industriering 4 in Lohne. Käufer fragen mich zuerst nach dem Preis, und genau dort beginnt das Problem: Für Wohnhäuser in Lohne existiert keine amtliche Preisstatistik. Was existiert, sind belastbare Landeswerte, eine klare Marktrichtung und Nebenkosten, die bis auf den Euro im Gesetz stehen. Damit lässt sich rechnen. Mit Portalschätzungen nicht.

Der Landesrahmen: 270.000 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus

Der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Niedersachsen hat am 2. Februar 2026 die Landesgrundstücksmarktdaten 2026 vorgelegt, Berichtszeitraum November 2024 bis Oktober 2025. Ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostete darin im Mittel 270.000 Euro nach 255.000 Euro im Jahr davor. Reihenhäuser und Doppelhaushälften stiegen von 235.000 auf 250.000 Euro, das sind 6,4 Prozent, nachgerechnet aus den beiden amtlichen Werten. Unbebaute individuelle Wohnbauflächen lagen bei 139 Euro je Quadratmeter und damit 6 Euro höher als im Vorjahr.

Das sind Landeswerte, keine Lohner Preise. Ein Haus im Kernort mit saniertem Dach hat mit dem Landesmittel ungefähr so viel zu tun wie die Durchschnittstemperatur Deutschlands mit dem Wetter vor Ihrer Haustür. Brauchbar ist diese Größenordnung als Gegenprobe: Wer Ihnen ein Standardobjekt weit darüber anbietet, sollte den Aufschlag begründen können.

Der Markt hat wieder angezogen

Rund 94.600 Kaufverträge wurden im Berichtszeitraum registriert, gut 10 Prozent mehr als zuvor. Der Geldumsatz stieg um 3,6 Milliarden auf rund 25 Milliarden Euro, ein Plus von 16,5 Prozent und nach Angaben der Gutachterausschüsse das größte seit 2011. Verkauft wurden rund 29.500 Ein- und Zweifamilienhäuser, etwa 8 Prozent mehr als im Jahr davor.

Für Käufer ist das die unangenehme Nachricht. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung nennt zur selben Auswertung eine Zahl, die das unterstreicht: Nur in 8 von 47 untersuchten Gebieten sank der mittlere Kaufpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser. Gesunken sind die Preise laut Ministerium häufiger in Großstädten wie Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Wolfsburg. Im Nachbarlandkreis Cloppenburg legten sie dagegen um 10 Prozent zu. Die Spannweite im Land reicht von 505.000 Euro in Hannover bis 156.000 Euro im Landkreis Holzminden.

Ein Blick zurück, damit die Richtung stimmt

Der Vorgängerbericht für das Jahr 2024 liest sich anders. Wohnbauland kostete 2023 und 2024 jeweils 129 Euro je Quadratmeter, der mittlere Hauspreis fiel von 260.000 auf 255.000 Euro, und mit 6.516 verkauften Bauplätzen aller möglichen Nutzungen erreichte Niedersachsen den niedrigsten Stand seit den 1980er Jahren. Ein Befund dieses Berichts betrifft uns hier direkt: In strukturstarken Landkreisen wie Vechta blieben die Preise konstant oder stiegen sogar, während sie andernorts nachgaben. Wer in Lohne auf den großen Preisrutsch wartet, wartet inzwischen das zweite Berichtsjahr.

Den Bodenwert holen Sie zonenscharf, nicht als Ortsdurchschnitt

Für Bodenrichtwerte im Landkreis Vechta ist die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bei der LGLN-Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg zuständig, zu deren Bereich das Katasteramt Vechta gehört. Die Werte gelten je Zone und je Stichtag und sind über das Portal Immobilienmarkt.NI abrufbar. Eine amtliche Einzelzahl für eine ganze Stadt gibt es dort bewusst nicht. Wenn Ihnen jemand einen Lohner Quadratmeterpreis nennt, hat er gemittelt oder geschätzt. Für Ihr konkretes Flurstück hole ich den Zonenwert vor jeder Bewertung neu.

Grunderwerbsteuer: 5 Prozent, und zwar auf mehr als den Kaufpreis

Das Landesamt für Steuern Niedersachsen formuliert es unmissverständlich: Für Rechtsvorgänge ab dem 1. Januar 2014 beträgt der Steuersatz 5 Prozent der Gegenleistung. Entscheidend ist das Wort Gegenleistung. Dazu zählen neben dem Kaufpreis auch übernommene Belastungen und gewährte Wohn- oder Nutzungsrechte. Wer der Verkäuferin ein lebenslanges Wohnrecht einräumt und glaubt, damit die Bemessungsgrundlage zu drücken, irrt.

Notarkosten stehen im Gesetz, nicht in einer Faustregel

Die verbreitete Angabe, Notar und Grundbuch kosteten anderthalb bis zwei Prozent des Kaufpreises, hat keine Rechtsgrundlage. Notarkosten richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und hängen am Geschäftswert, nicht an einem Prozentsatz. Die Bundesnotarkammer rechnet das an einem Kostenbeispiel vor: Bei einem Geschäftswert von 160.000 Euro fallen 762,00 Euro für Entwurf und Beurkundung an, 190,50 Euro für den Vollzug, 190,50 Euro für die Betreuung und rund 30,00 Euro Auslagen, zusammen also rund 1.173,00 Euro netto. Dieses Beispiel betrifft den Kauf einer Eigentumswohnung; für ein Haus zeigt es die Systematik, nicht den Endbetrag. Eine Grundschuldbestellung über 130.000 Euro kostet nach demselben Kostenverzeichnis 327,00 Euro netto. Umsatzsteuer und die Gebühren des Grundbuchamts kommen jeweils obendrauf.

Die Provision ist geteilt, und daran lässt sich nichts drehen

Paragraf 656c Absatz 1 Satz 1 BGB lässt eine Provision von beiden Seiten nur zu, wenn sich Käufer und Verkäufer in gleicher Höhe verpflichten. Satz 2 schließt die Hintertür: Wer für eine Partei unentgeltlich tätig wird, kann von der anderen nichts verlangen. Ein Maklervertrag, der davon abweicht, ist nach Absatz 2 unwirksam. Diese Vorschriften greifen nach Paragraf 656b BGB nur, wenn der Käufer Verbraucher ist. Meine eigene Provision beträgt 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer je Seite. Das ist meine Preisangabe und keine gesetzliche Vorgabe; das Gesetz regelt allein die Gleichheit der beiden Seiten.

KfW 308: eine Förderung, die auf alte Häuser zugeschnitten ist

Für Familien, die ein Bestandshaus kaufen, gibt es das KfW-Programm 308. Der Kredit ist nach Kinderzahl gestaffelt und reicht bis 140.000, 160.000 oder 180.000 Euro. Die Einkommensgrenze bewegt sich je nach Konstellation zwischen 90.000 und 110.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen und steigt je weiterem Kind um 10.000 Euro. Der Zuschnitt ist ungewöhnlich: Gefördert wird nur, wenn für das Haus ein gültiger Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis der Klasse F, G oder H vorliegt. Also gerade das unsanierte Objekt. Im Gegenzug verpflichten Sie sich, binnen maximal 4,5 Jahren nach der Zusage auf Effizienzhaus 85 EE oder Denkmal EE zu sanieren. Einen Zinssatz nennt die KfW auf der Produktseite nicht, dort steht an dieser Stelle nur ein Platzhalter. Fragen Sie ihn tagesaktuell über Ihre Bank ab, bevor Sie mit einer Zahl planen.

Worauf ich bei einer Besichtigung in Lohne zuerst schaue

Seit dieser Förderlogik ist der Energieausweis das erste Blatt, das ich sehen will. Er entscheidet nicht nur über Ihre Heizkosten, sondern über die Förderfähigkeit des ganzen Kaufs. Danach kommt der Keller: Salzausblühungen, muffiger Geruch und frisch gestrichene Sockelbereiche sind Hinweise, keine Beweise, aber sie gehören geklärt, bevor über den Preis gesprochen wird.

Bei der Heizung zählen Baujahr, Brennstoff und die Frage, ob ein Austausch ansteht. Am Dach interessiert mich das Alter der Eindeckung und ob die Konstruktion schon einmal angefasst wurde. Und dann gibt es den Punkt, den kein Gutachten liefert: Fahren Sie an einem Werktagmorgen und an einem Samstagabend an der Adresse vorbei. Eine Straße, die zum Besichtigungstermin still ist, kann zwei Stunden später anders klingen.

Wer hier kauft, kauft fast immer im Bestand

Die Nachfrage in Lohne speist sich stark aus den Betrieben vor Ort. Pöppelmann etwa wurde 1949 hier gegründet, verarbeitet Kunststoffe, ist bis heute in Familienhand und nennt selbst rund 2.500 Beschäftigte weltweit sowie über 10.000 belieferte Kunden. Wie viele davon am Standort Lohne arbeiten, hat das Unternehmen nicht veröffentlicht; deshalb steht die Zahl hier nicht. Für den Kaufmarkt zählt ohnehin das Muster dahinter: Wer in der Stadt arbeitet, sucht in der Stadt, und diese Interessenten melden sich oft, bevor ein Haus überhaupt inseriert ist.

Wenn Sie in Lohne ein Haus kaufen möchten, richte ich Ihnen gern einen Suchauftrag ein, damit Sie von passenden Objekten erfahren, bevor sie auf den Portalen stehen. Wie sich die Finanzierung dazu rechnet, steht im Beitrag zur Immobilienfinanzierung im Landkreis Vechta.

Quellen: Preise, Umsätze und Fallzahlen aus den Landesgrundstücksmarktdaten 2026 des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Niedersachsen, veröffentlicht am 2. Februar 2026 für den Berichtszeitraum November 2024 bis Oktober 2025, sowie aus der Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Digitalisierung vom selben Tag; Vorjahreswerte aus dem Niedersächsischen Landesgrundstücksmarktbericht 2025 für das Berichtsjahr 2024. Steuersatz vom Landesamt für Steuern Niedersachsen, Regelung seit 1. Januar 2014. Notarkosten nach dem Kostenbeispiel der Bundesnotarkammer zum GNotKG. Provisionsrecht aus den Paragrafen 656b und 656c BGB. Förderkonditionen von der KfW-Produktseite 308. Unternehmensangaben von Pöppelmann. Alle Seiten abgerufen am 18. August 2026. Der Beitrag ersetzt keine Einzelbewertung und keine Steuerberatung.

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