Viele Verkäufer konzentrieren sich ausschließlich auf den Verkaufspreis. Aber der Betrag der nach dem Notartermin auf dem Konto landet, ist ein anderer. Verschiedene Kosten schmälern den Erlös. Es ist wichtig, diese vorher zu kennen.
Maklerprovision
Seit der Provisionsreform von 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer in der Regel die Maklerprovision. In Niedersachsen beträgt die Gesamtprovision üblicherweise 7,14 Prozent inkl. MwSt., also 3,57 Prozent für jede Seite. Bei einem Verkaufspreis von 300.000 Euro sind das rund 10.700 Euro für den Verkäufer.
Spekulationssteuer
Wenn Sie die Immobilie weniger als zehn Jahre besitzen und nicht selbst darin gewohnt haben, fällt auf den Gewinn Spekulationssteuer an. Der Steuersatz richtet sich nach Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. Bei einem Gewinn von 100.000 Euro und einem Steuersatz von 35 Prozent wären das 35.000 Euro. Die Spekulationssteuer entfällt, wenn Sie die Immobilie im Jahr des Verkaufs und in den beiden vorherigen Jahren selbst bewohnt haben.
Vorfälligkeitsentschädigung
Wenn noch ein Kredit auf der Immobilie läuft, verlangt die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung für die vorzeitige Ablösung. Die Höhe hängt von der Restlaufzeit, dem Zinssatz und der Restschuld ab. Bei einem Kredit mit 200.000 Euro Restschuld und noch fünf Jahren Laufzeit können das 5.000 bis 15.000 Euro sein. Mein Tipp: Lassen Sie sich das von Ihrer Bank vorab berechnen.
Grundschuldlöschung
Die Löschung der Grundschuld im Grundbuch kostet zwischen 200 und 600 Euro je nach Höhe der eingetragenen Grundschuld. Das ist ein vergleichsweise kleiner Posten, sollte aber eingeplant werden.
Sonstige Kosten
Je nach Situation können weitere Kosten anfallen: Energieausweis (50 bis 500 Euro), Räumung oder Entrümplung bei leerstehenden Objekten, kleinere Reparaturen zur Vorbereitung des Verkaufs oder Kosten für Homestaging.
Was unter dem Strich bleibt
Eine grobe Rechnung: Bei einem Verkaufspreis von 300.000 Euro und einer Maklerprovision von 3,57 Prozent bleiben nach Abzug der Provision rund 289.300 Euro. Davon gehen gegebenenfalls noch Kreditablösung und Spekulationssteuer ab. Es lohnt sich, diese Rechnung vor dem Verkauf zu machen.
Wenn Sie eine realistische Einschätzung Ihres Verkaufserlöses möchten, berate ich Sie gerne persönlich und kostenlos.